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Geschichte des Standortes Birkenallee

Die Gemeinde Biemenhorst war noch bis zum Jahre 1895 ohne eine eigene Volksschule. Die 613 ha große Gemeinde war noch lange dünn bevölkert. Im Jahre 1818 hatte Biemenhorst erst 172 Einwohner. Wohl schickten die Eltern ihre Kinder tl_files/images/geschichte/hist1_hauptgeb1.jpgin die Schulen der nächsten Nachbargemeinden, besonders nach Bocholt, aber auch nach Mussum und Krechting.

Nach dem urkundlichen Übersichtsbericht vom 10.4.1791 (Staatsarchiv Münster, Geheimer Rat 335) gingen die wenigen Schulkinder von Biemenhorst nach Bocholt zur Schule. Für die Kinder aus Biemenhorst bekam der Bocholter Konrektor eine Zulage von 10 Reichstalern. Allerdings war die Bauerschaft Biemenhorst im Zahlen der Zulage sehr säumig. Schon am 16.12.1789 meldete bereits ein Lehrer Dudenhausen von Bocholt, dass er seit ungefähr zwei Jahren als Schulmeister der Bauerschaft Biemenhorst angesetzt sei und auch für tauglich befunden wäre. Er bäte nun doch endlich um die Bezahlung der 10 Taler.

Wie dieses Geld von der Gemeinde aufgebracht werden konnte, sagte ein Gemeindebeschluss vom Jahre 1788: "Für den Schulmeister von Biemenhorst werden ausgeworfen 10 Taler." Ein ausgeliehenes Kapital von 400 Reichstalern brachte 3,5 % Zinsen, so dass von den 14 Talern noch Geld übrig blieb. 

Die Gemeinde hatte 1890 schon 246 Einwohner. Am 18.7.1893 wurde die Erlaubnis zur Errichtung einer ersten Schule in Biemenhorst gegeben. Im Jahre 1894 wurde sie gebaut. Sie bekam den Namen „Marienschule“. Die Gemeinde hatte 1895 schon 441 Einwohner.

Am 15.4.1895 besuchten zum ersten Male etwa 50 Kinder die neu erbaute Biemenhorster Schule. Ihr Lehrer Julius Vehorn konnte die angebaute Dienstwohnung beziehen.

Die Bevölkerung der Gemeinde wuchs so schnell, dass man wegen Überfüllung des Klassenraumes schon im Jahre 1904 in zwei Gruppen unterrichten musste. Im Jahre 1908 wurde auf einem neuen Platz eine neue zweiklassige Schule gebaut. Die alte Klasse wurde zu einer Lehrerwohnung umgebaut.

Am 1.10.1908 wurde die Volksschule von Biemenhorst zweiklassig mit einem Lehrer und einer Lehrerin geführt. Aber schon im Jahre 1911 wurde die dritte Lehrkraft angestellt. Zwei Jahre musste der Unterricht einer Klasse nachmittags erfolgen, da der dritte Klassenraum noch fehlte.

1912/13 wurde eine dritte Klasse mit anschließender Lehrewohnung für den zweiten Lehrer gebaut. Am 1.6.1913 konnte die neu errichtete Schule nebst Lehrerwohnung bezogen werden.

Am 1.11.1934 wurde eine Hilfslehrerstelle eingerichtet. Am 1.4.1937 bekam die Schule die vierte Planstelle. Das vierte Klassenzimmer wurde erst 1938 erbaut. 1944 kam die fünfte Planstelle, 1947 die sechste und 1948 die siebte Planstelle. Durch Kriegseinwirkungen entstanden 1945 am Schulgebäude und den Wohnungen verschiedene Schäden, die aber schnell repariert werden konnten.

Zu den vorhandenen zwei Schulgebäuden mit je zwei Klassenräumen kamen im Jahre 1951 drei neue Klassenräume in einem neuen dritten Schulgebäude hinzu. Am 26.7.1951 erfolgte die Einweihung des getrennt stehenden, neuen Schulgebäudes mit drei Klassenräumen, einer Lehrerdienstwohnung und eines Raumes für den Schulgottesdienst. Am 29.8.1951 erfolgte im neuen Gebäude der erste Unterricht.

tl_files/images/geschichte/hist1_alte_schule.jpgIm Jahre 1964 wurde weiter angebaut. In zwei freistehenden Gebäudetrakten, die durch einen überdachten Pausengang mit dem Hauptgebäude verbunden wurden, entstanden ein Handarbeitsraum, eine Küche, ein Werk- und Naturlehreraum. Am 29.3.1965 wurden die neuen Räume eingeweiht. Bereits in den Jahren 1961/62 entstand eine neue Turnhalle. Die Schule war zu diesem Zeitpunkt achtklassig.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung 1975 wurden große Teile des alten Amtes Liedern-Werth nach Bocholt eingemeindet. Da es in Bocholt ein Mariengymnasium gab, erfolgte eine Umbenennung der Schule in „Biemenhorster Schule“.

Die vorerst letzte bauliche Veränderung erfuhr die Schule in den Jahren 1987. An das Hauptgebäude aus dem Jahre 1951 wurden zwei Klassenräume, 1 Mehrzweckraum und ein Lehrerzimmer angebaut. Die neuen Räume wurden am 15. Juli 1988 in Betrieb genommen.


Im Schuljahr 2007/08 wurden an der Biemenhorster Schule 300 Kinder in 13 Klassen unterrichtet.

Zu Beginn des Schuljahres 2008/ 09 ergaben sich für die Biemenhorster Schule eine Fülle von Veränderungen. Bedingt durch das neue Schulgesetz wurde kleine Schulen unter 180 Schülern geschlossen oder mit größeren Schulen in einem Verbund zusammengelegt. Die Biemenhorster Schule übernahm so zusätzlich die Beschulung des Raumes Fildeken/ Rosenberg, da die Fildekenschule am Mühlenweg zu Beginn des Schuljahres auslaufend geschlossen wurde. Gleichzeitig war damit ein Umzug der Fildekenschüler in  das Schulgebäude an der Weserstraße verbunden. Die Melanchthonschule (städt. Hauptschule), die bis dahin das Gebäude nutzte, erhielt im Gegenzug das nun frei gewordene Gebäude der Fildekenschule am Mühlenweg. So befanden sich in 2008 zwei Schulen im Gebäude Weserstraße. Die Biemenhorster Schule war mit zwei Klassen vertreten. Die Fildekenschule nutzte das Gebäude mit vier Klassen.

Zeitgleich begann am Standort Birkenallee eine Neubaumaßnahme, die einen Anbau von zwei Klassenräumen und mehreren Funktionsräumen an die Pavillons der Biemenhorster Schule vorsieht. Nach Abschluss dieser Baumaßnahme wurden die Pavillonräume grundsaniert. Im Anschluss daran erfolgte die Sanierung der Parkplätze und des Pausenhofes.

Diese Baumaßnahmen sind imzwischen abgeschlossen. Zu Beginn des Schuljahres 2010/11 besuchen 380 Kinder in 16 Klassen die Biemenhorster Schule. 260 Kinder befinden sich am Standort Birkenallee. 120 Kinder befinden sich am Standort Weserstraße.

Im Schuljahr 2011/ 12 wurde das alte "Haus Moritz" an der Möllenstegge abgerissen und das Gelände an einen Investor verkauft. Auf dieser Fläche entstehen drei baugleiche Gebäude, von denen eines der Schule nach Fertigstellung für die OGS überlassen werden wird. Für die Übergangszeit findet die Betreuung in angemieteten Containern auf dem Schulhof statt. Aktuelle Bilder dazu finden Sie unter dem Menüpunkt "Betreuungsangebot".

Inzwischen sind die Gebäude an der Möllenstegge fertiggestellt. Die OGS hat die neuen Betreuungsräume im neuen "Haus Moritz" im Januar 2013 bezogen.