4. Grundsätze der Unterrichts- und Erziehungsarbeit
Forderungen und Vorgaben der Richtlinien und Lehrpläne
Die neuen Richtlinien und Lehrpläne legen Aufgaben, Ziele und Inhalte
der Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Grundschule fest. Die Arbeit
in der Grundschule zielt auf eine ganzheitliche Erziehung und Bildung.
Die Schülerinnen und Schüler sollen personale, soziale und fachliche
Kompetenzen, als Grundlage für das Leben in einer demokratischen
Gesellschaft, erlangen. Grundvoraussetzung ist es, die Lernfreude zu
erhalten und zu fördern, Leistungen zu ermöglichen, zu fordern und zu
fördern. Fehler gehören zum Lernen dazu.
- Personale Kompetenz
So gilt es die Kinder in ihrer
Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, die Individualität des Einzelnen
zu erkennen und zu stärken.
- Grundlegende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden den
individuellen Lernmöglichkeiten und Erfahrungen der Schüler angepasst.
- Ermutigung und Förderung als Unterrichtsprinzip stärken die
Lernfreude des Einzelnen und bilden die Grundlage für das
weiterführende Lernen.
- Soziale Kompetenz
Neben der Förderung der
Individualität besteht eine weitere Aufgabe darin, soziale Kompetenz zu
fördern. Dies geschieht in der Schule im Lernen Miteinander.
Unterricht, Erziehung und Schulleben schaffen gemeinsame Lernbezüge und
berücksichtigen die verschiedenen individuellen, sozialen kulturellen
und religiösen Unterschiede. Gleichberechtigung, Rücksichtnahme und
verantwortliches Handeln sind wichtige Erziehungsziele und werden im
Unterricht gefordert und gefördert.
- Fachliche Kompetenz
Fachliche Kompetenz unterstützt die Schüler bei der Bewältigung der
Lebenswirklichkeit. Aufgabe der Schule ist es, Fähigkeiten, Interesse
und Neigungen der Schüler einzubeziehen und sowohl fächerübergreifend
zu lernen, als auch fachliches Wissen, als Grundlage für selbständiges
Lernen, aufzubauen. Die Richtlinien legen verbindliche Anforderungen
für das Lernen in den einzelnen Fächern fest. Aufgabe der Lehrerinnen
und Lehrer ist es, in einem differenzierenden Unterricht diese
Anforderungen im Unterricht umzusetzen, Leistungen zu fordern und zu
bewerten. Grundlage ist ein pädagogisches Leistungsverständnis. Die
Kinder, lernstärkere/ lernschwächere, werden möglichst weit an diese
Anforderungen und Leistungen heran geführt . Unterricht unterstützt
individuelles und gemeinsames Lernen, eigenständiges und
selbstverantwortliches Lernen. Je nach Lernentwicklung der Schüler
werden angeleitete Unterrichtsformen und Methoden des offenen
Unterrichts gleichermaßen eingesetzt. Ferner leiten die Lehrer die
Schüler an, mit Medien sinnvoll umzugehen und diese für das weitere
Lernen zu nutzen.
Gemeinsame Vereinbarungen
Eine Erziehung zur Selbständigkeit und verantwortlichem Handeln wie es die Richtlinien und Lehrpläne vorgeben und im Leitgedanken des Schulprogramms zum Ausdruck kommt, wird auf vielfältige Weise umgesetzt. Eine intensive Zusammenarbeit mit Eltern und Kollegen stärken das Wir- Gefühl innerhalb der Schulgemeinschaft.
Förderung der personalen und sozialen Kompetenz-Aufbau eines Ich- Wir- Gefühls
-
Erzählkreis
Jedes Kind hat die Möglichkeit, von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten und lernt, eigene Meinungen zu vertreten, anderen zuzuhören.
-
Rituale
Beispiel: Geburtstagskinder werden im Klassenverband gefeiert(siehe auch Kapitel Unterrichtsorganisation).
-
Klassenunterricht
Beispiel: Kinder bilden und begründen eigene Meinungen, würdigen Beiträge anderer und machen die Erfahrung, dass man aus Fehlern etwas lernen kann. Offene Lernangebote
In allen Klassen liegen Arbeitsmaterialien der Freiarbeit bereit ( LÜK, Logico, Paletti, Lernwerkstatt am PC und andere Lernprogramme wie beispielsweise Blitzrechnen, Antolin, … )
Offene Unterrichtsformen mit wechselnden Organisationsformen( Einzel- Partner- Gruppenarbeit ) Tages und Wochenplanarbeit, Stationenarbeit, Werkstattunterrricht, projektorientiertes Lernen
Gemeinsame Feste und Feiern- gemeinsames Schulleben
Aufsuchen außerschulischer Lernorte
- Öffnung der Klassenräume (im übertragenen Sinn)
Wir Kollegen der Biemenhorster Schule verstehen Erziehungsarbeit als Gemeinschaftsaufgabe. Dies wird zum Beispiel darin deutlich, dass es jedem Lehrer möglich ist, Einblick in den Unterricht des anderen zu nehmen. Nach Absprache mit dem Klassenlehrer/ Fachlehrer ist es auch Eltern möglich, am Unterricht teilzunehmen oder diesen zu unterstützen oder mitzugestalten.
Offene Klassenräume bieten die Möglichkeit, Lernorte zu verlagern. So ist es für uns selbstverständlich, Flure und Nischen, Gruppenräume oder auch andere Klassenräume mitzubenutzen. Gemeinsame Absprachen über Regeln in diesen geöffneten Arbeitsphasen und die gegenseitige Unterstützung innerhalb des Kollegiums erweitern Möglichkeiten, selbstgesteuertes Lernen und offene Unterrichtsangebote anzubieten.
Die Kinder erfahren Schule als offene Lernumgebung, in der sie Unterstützung nicht nur von ihrem Klassenlehrer erwarten können. ( Kollegen, Eltern, Mitschüler )
Bereits vom ersten Schuljahr werden, nach Absprache mit den Kollegen, in allen Klassen Arbeitstechniken geübt und Arbeitsmaterialien eingeführt, die ein selbstgesteuertes Lernen ermöglichen. So finden sich in jedem Klassenraum Computer mit den ausgewählten Lernprogrammen, die Arbeit mit LÜK, Logico, Paletti und anderen Freiarbeitsmaterialien ist den Schülern bekannt. Auf diese Weise wird eine Kontinuität auch in offenen Lernsituationen gewährleistet.
-
Offene Unterrichtsformen
Neben dem Lernen in angeleiteter Form werden auch offen Unterrichtsformen, die ein selbständiges Lernen und selbstverantwortliches Lernen unterstützen, praktiziert. Sie bieten verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten und Raum für handlungsorientiertes und experimentelles Arbeiten.
Der Einsatz von Freiarbeitsmaterialien und der Umgang mit dem PC werden vom ersten Schuljahr an eingeübt. Gemeinsame Regeln und Absprachen helfen, ein erfolgreiches Arbeits- und Lernklima zu schaffen. Einzel- Partner- und Gruppenarbeit werden ermöglicht.
-
Tages- und Wochenplanarbeit
In den einzelnen Klassen werden Tages- bzw. Wochenpläne erstellt. Jedem Plan liegen Pflichtaufgaben in den einzelnen Fächern zugrunde, die von den Schülern in beliebiger Reihenfolge bearbeitet werden können. Individuell abgestimmte Pläne unterstützen die Kinder in ihrer Lernentwicklung. Wechselnde Arbeits- und Sozialformen ermöglichen gemeinsames Lernen. Neben den Pflichtaufgaben beinhalten diese Arbeitspläne auch Zusatzaufgaben, die je nach Lerntempo und Interesse bearbeitet werden können.
Lernen an Stationen und Werkstattunterricht
In gemeinsamer Vorbereitung mit dem parallel arbeitendem Lehrer wird auch das Lernen an Stationen angeboten. Zu einem bestimmten Thema werden Stationen entwickelt die ein Lernen mit allen Sinnen ermöglicht. Der Einsatz unterschiedlicher Methoden und Medien sowie wechselnde Organisationsformen prägen die Stationenarbeit. Wie bei der Tages- oder Wochenplanarbeit gibt es Pflicht- und Wahlaufgaben. Elternhilfe und somit die Zusammenarbeit mit den Eltern unterstützen häufig diese Unterrichtsform.
Außerschulische Lernorte werden integriert, fächerübergreifendes Arbeiten ermöglicht.
-
Lernen in Projekten
Regelmäßig werden an der Biemenhorster Schule Projektwochen mit allen Klassen durchgeführt, wobei auch eine jahrgangsstufenübergreifende Mischung angestrebt wird. Die Kinder entscheiden sich je nach Interesse für die Arbeit an einem bestimmten Unterthema. Die Lehrer, aber auch die Eltern, werden zum Berater oder Moderator.